ÖAMTC: Rasern und Akolenkern muss das Handwerk gelegt werden  

erstellt am
23. 04. 03

Nach Oster-Unfall-Bilanz ortet der Club enormen Handlungsbedarf
Wien (öamtc) -Für den ÖAMTC-Verkehrsexperten Roman Michalek ist die vorliegende Unfallbilanz mit 20 Toten in der Karwoche und 14 davon am Osterwochenende kein Ruhmesblatt. Sein Schluss zur Bilanz: "Schönes Wetter scheint für viele der Freibrief für Raserei gekoppelt mit einer riesigen Portion Übermut zu sein." Mit insgesamt sieben Verkehrstoten am Osterwochenende führt das Bundesland Niederösterreich die Unfall-Opfer-Bilanz an. In vier Bundesländern (Wien, Salzburg, Tirol und Vorarlberg) ereigneten sich keine Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang, die restlichen Opfer waren in Oberösterreich (3), Steiermark (2) sowie jeweils mit einem tödlich Verunglückten in Kärnten und dem Burgenland zu beklagen.

Das Wetter hat auf das Unfallgeschehen einen maßgeblichen Einfluss - die aktuellen Unfallzahlen sprechen für sich: Über ein Drittel der Verkehrstoten am Osterwochenende, das österreichweit großteils sonnig war, sind Fahrer einspuriger Mopeds und Motorräder. "Gerade bei dieser Risikogruppe steigen die Unfallzahlen mit den vorherrschenden Temperaturen", weiß Michalek aus der Praxis. Der Experte identifiziert aber noch eine zweite Risikogruppe anhand der vorliegenden Unfall-Opfer-Bilanz zu Ostern: Eindeutig hat die Gruppe der bis zu 24-Jährigen das Unfallgeschehen wie schon in den vergangenen Jahren geprägt: Jeweils ein Drittel der Verunglückten sowie ein Viertel der Toten fallen in diese Altersgruppe. Der ÖAMTC erhofft sich durch die Einführung der Mehrphasen-Fahrausbildung mit 1. Jänner dieses Jahres schon in absehbarer Zeit eine wesentliche Reduktion der Unfälle. Schließlich bekommt man den Mehrphasen-Führerschein erst nach einem dreistufigen Verfahren. Es sieht neben der Führerschein-Prüfung in dreimonatigen Intervallen noch ein verkehrspsychologisches Gespräch, zwei Perfektions-Fahrten mit dem Fahrlehrer und ein Fahrsicherheitstraining vor.

Für den ÖAMTC leiten sich aus der Oster-Unfall-Bilanz folgende Forderungen ab: Als bewusstseinsbildende Maßnahme ist die Exekutive weiterhin gefordert, verstärkte Kontrollen durchzuführen. Dadurch ist gewährleistet, dass Raser und Alkolenker aus dem Verkehr gezogen werden. "Wichtig ist die Präsenz direkt am Straßenrand", erklärt Michalek. Zudem sieht der Clubexperte die Vernunft der Motorradfahrer gefordert: "Rücksichtsvolles und vorausschauendes Fahren muss das Motto sein. Nicht, dass an die Grenzen des technisch und menschlich Machbaren gefahren wird", meint der Verkehrsexperte.
     
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