Kematen Cosmetics kauft Werk in der Slowakei  

erstellt am
02. 06. 03

Produktionskapazitäten und Mitarbeiterstand werden verdoppelt
Kematen (twp.at) - Das Tiroler Unternehmen Kematen Cosmetics übernimmt mit 1. Oktober ein Werk für kosmetische Produkte in Nove Mesto in der Slowakei. Der Kaufpreis beträgt 1,8 Millionen Euro. Verkauft wird der Betrieb von der Henkel CEE, Osteuropazentrale des deutschen Henkel-Konzerns, der den neuen Eigentümer auch gleich mit der Abfüllung bestimmter Kosmetika bis zum Jahr 2008 beauftragte.

"Mit dem Deal ist es uns nicht nur gelungen, mit einem Schlag ein internationales Unternehmen zu werden, sondern auch den Standort Kematen mittelfristig abzusichern", erklärte Geschäftsführer Bernhard Scholz gegenüber dem Wirtschaftspressedienst twp.at.

Kematen Cosmetics wurde vor fünf Jahren von Bernhard und Martin Scholz als Management-Buy-Out am Standort des früheren Schwarzkopf- und späteren Henkel-Werkes gegründet. Erster und einziger Kunde war damals der Henkel-Konzern, der mit den Tirolern einen Fünf-Jahres-Vertrag abschloss. Dieser Vertrag läuft heuer aus.

Mit der Übernahme werden die Produktionskapazitäten beinahe verdoppelt. Füllt das Unternehmen heuer in Österreich 35 Millionen Flaschen, Dosen und Sprays ab, so werden es allein in der Slowakei im ersten Jahr 25 Millionen Einheiten sein. Zu den bestehenden 95 Mitarbeitern in Kematen kommen 90 Beschäftigte in Nove Mesto hinzu.

Der zweite, lohnkostengünstigere Standort erlaube jetzt auch die Produktion von Massenartikeln, betonte Scholz. "Für die ganz Großen der Branche, wie L´Oreal oder Procter & Gamble, werden wir damit als Partner bestimmt sehr interessant." Die Wachstumschancen seien nach wie vor enorm. Scholz: "Das Outsourcing bei den Kosmetikkonzernen steht erst am Anfang."

Seit dem Management-Buy-Out 1998 investierte Kematen Cosmetics 2,2 Millionen Euro in den Tiroler Standort. Durch eine starke Akquisitionstätigkeit konnte die Kundenliste auf mittlerweile 25 Unternehmen erhöht werden. In den Auftragsbüchern finden sich Namen wie Beiersdorf, Unilever, Goldwell, Guhl und Wella. Der Mitarbeiterstand verdoppelte sich, der Umsatz kletterte von 3,9 Millionen auf 13,5 Millionen Euro im Vorjahr. Heuer sind 15 Millionen Euro geplant, am neuen Standort sollen weitere zehn Millionen Euro umgesetzt werden. (um)
     
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