Milch hat's in sich - Weltmilchtag am 1. Juni  

erstellt am
27. 05. 03

Linz (lk-ooe) - Beim Einkauf wird verstärkt auf Frische und Qualität geachtet. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Milch stieg in Österreich in den letzten Jahren. Waren es 1995 noch 72,9 kg wurden 2001 bereits 76,3 kg Milch und Milchprodukte verbraucht. "Dies freut mich ganz besonders, denn in Oberösterreich wird Milch umweltfreundlich, nachhaltig und tiergerecht produziert", führt Präsident LAbg. Hannes Herndl zum Welttag der Milch am 1. Juni aus.

Immer weniger Milchbauern
"Die Milchwirtschaft in Oberösterreich, wie auch die gesamte österreichische Milchwirtschaft, ist einem großen Strukturwandel unterworfen. Die Anzahl jener Milchlieferanten, die an ober-österreichische Abnehmer liefern, ist von 16.556 auf 15.417 zurückgegangen. (-1.139, 6,8 % gegenüber 2001). Viele Milcherzeugerbetriebe mit geringer Quotenausstattung verkaufen ihre Milchquote und steigen zum Teil auf Mutterkuh- oder Schafhaltung um", berichtet der Präsident. Mit der Abnahme der Milchlieferanten steigt die durchschnittliche Anlieferung je Lieferant von 51.970 kg auf 54.940 kg im Jahr 2002.

Milch ab Hof ist sehr beliebt
Knapp 763.000 Tonnen Milch werden über die oberösterreichischen Molkereien vermarktet. 14.200 Tonnen Milch werden direkt vermarktet: am Bauernmarkt oder zB. direkt-Ab-Hof mit Milchautomat. Rund neunzig Höfe bieten einen Milchausgabeautomat für ihre Kunden an. Weiters beliefern 40 oö. Landwirte 769 Schulen mit täglich 40.656 Portionen Milch.

"Die Einhaltung der Hygienerichtlinien ist selbstverständlich. Darüber hinaus achten die heimischen Bauern auf tiergerechte Haltung. Die Weide-/und Almhaltung ist in vielen Gebieten Oberösterreichs Praxis", wie Präsident Herndl - selbst Bergbauer in Windischgarsten mit 15 Milchkühen - weiß.

Probe-Verkostung der Schulmilch
1995 stiegen viele Molkereien wegen hoher Logistikkosten aus dem Schulmilchgeschäft aus. 67 Landwirte übernahmen damals die Schulmilchbelieferung in Oberösterreich. 1996 wurde die "Arbeitsgruppe Schulmilch" für gemeinsame Vermarktungs- und Werbeaktivitäten gegründet. Jetzt beliefern noch 40 direktvermarktende Bäuerinnen und Bauern die Schulen mit Milch.

"Die Schulmilchvermarkter sind bereit Probeverkostungen durchzuführen, um die Qualität ihrer Produkte unter Beweis zu stellen", verweist Präsident LAbg. Hannes Herndl auf den hohen Qualitätsstandard der Milch und wirbt für gesunde Ernährung der Schüler.

Milch ist zentraler Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung
Präsident Herndl: "Milch ist ein zentraler Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Milchprodukte fördern die Vitalität und Leistungsfähigkeit. Kein Vitamin- und Mineralstoffpräparat kann die wertvollen Inhaltsstoffe der Milch ersetzen."

Was macht die Milch so wertvoll?
Kalzium
Der bedeutendste Inhaltsstoff ist das Kalzium. Seine Hauptfunktion im menschlichen Körper ist der Aufbau und Erhalt von Zähnen und Knochen. Kalzium ist auch für die Blutgerinnung wichtig. Nur bis zum 30. Lebensjahr erreichen die Knochen die maximale Dichte. Besonders für Kinder und junge Erwachsene ist Milch daher wichtig.

Eiweiß
Die Eiweißstoffe der Milch wirken unterschiedlich, ua. antibakteriell, gegen Viren und ähnliches. Das Milcheiweiß wird zu fast 100 % aufgenommen und zählt daher zu den Eiweißen mit sehr hoher Verdaulichkeit.

Milchfett
Das Fett der Kuhmilch ist wegen des hohen Gehaltes an kurzkettigen Fettsäuren leicht verdaulich. Die Zusammensetzung im Milchfett hängt von der Art der Fütterung ab. Aber auch Tierart, Rasse, Haltungsbedingungen, Klima und Gesundheitszustand der Kühe beeinflussen den Fettgehalt der Milch.

Milchzucker
Milchzucker, das Kohlenhydrat der Milch, stellt für den Säugling in den ersten Lebensmonaten das einzige Nahrungskohlenhydrat dar. Der Milchzucker erleichtert die Aufnahme von Kalzium in den Darm.

In seltenen Fällen (zwei bis 15 % der Erwachsenen) kann es in unseren Breiten zu einer Milchunverträglichkeit kommen. Häufiger tritt sie in Afrika und Asien auf. Diese entsteht, da die Aufnahmefähigkeit des Milchzuckers abnimmt.

"Menschen, die Lactose nicht vertragen, müssen jedoch nicht auf den Verzehr von Milchprodukten verzichten. Sie können auf fermentierte Milchprodukte zurückgreifen zB. Sauermilchprodukte und gereifte Käsesorten", führt Hannes Herndl aus.
     
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