Ostregion-Industrie verlangt Infrastruktur-Anleihe  

erstellt am
28. 07. 03

St. Pölten (nöwpd) - Angesichts der im nächsten Jahr mit der EU-Erweiterung einsetzenden Neuordnung des im Umkreis der Hauptstadtachse Wien-Preßburg liegenden Lebens- und Wirtschaftsraumes mit 6,3 Millionen Menschen und mit Rücksicht auf den sich daraus ergebenden Verkehrsbedarf verlangt die Industrie von Wien, Niederösterreich und Burgenland den unverzüglichen Ausbau der Verkehrsadern auf der Schiene, der Straße und auf der Donau. Auch die Siedlungstätigkeit sollte aus grenzüberschreitender Sicht heraus erfolgen, forderten die drei Industriepräsidenten Albert Hochleitner (Wien), Wolfgang Frank (Niederösterreich) und Werner Frantsits (Burgenland) in einem gemeinsamen Auftritt vor der Presse in Wien.

Vor allem gelte es, die wichtigsten Investitionsvorhaben zu beschleunigen und damit zu verhindern, daß der Ten-Knoten Wien über Ungarn umfahren werde. Als Kennzeichen des enormen Entwicklungspotentials der neuen Mitroparegion nannte Hochleitner die mit 30 Universitäten und Fachhochschulen und mit mehr als 200.000 Studenten große Dichte im Ausbildungsbereich.

Für den Präsidenten der NÖ Industrie Wolfgang Frank ist die Qualität der Verkehrsflüsse auf den großen Nah- und Fernverkehrsrouten "unzumutbar". Auf manchen Strecken drohe eine Strangulierung. Daß die Lkw-Maut in Österreich doppelt so hoch wie in Deutschland ausfallen werde, sei nur geeignet, Industriebetriebe ins Ausland zu treiben.

Welche Folgen "infrastrukturelle Mißstände" haben können, belegte der burgenländische Industrie-Präsident Werner Frantsits mit einem Vergleich der Komitate Ödenburg und Raab (Sopron und Györ) mit den Bezirken Oberwart und Jennersdorf. Auf Grund der besseren Verkehrsausstattung sei das Wohlstandsbarometer auf der ungarischen Seite bereits um sieben Prozent höher als im Südburgenland. Weil Politiker darauf bedacht seien, sich nur ja keinen Schiefer einzuziehen, falle die S 1 "nach Jahrzehnten unfruchtbarer Diskussionen Wien als Bumerang auf den Kopf."

Um einen Ausweg aus dem Dilemma notleidender Staatskassen und des Finanzierungsbedarfs leistungsfähiger Verkehrswege zu finden, schlägt die Industrie das Beschreiten neuer Wege vor. Hochleitner: "Ein Weg wäre eine Infrastrukturanleihe und das Forcieren von gemischt öffentlichen und privaten Finanzierungen." (mü)
     
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