Kultur und (Volks-)Musik
der Woche vom 24. 09. bis 30. 09. 2002

   
 Festkonzert "50 Jahre NÖ Blasmusikverband"
Pröll: "Wesentlicher kultureller Faktor im Land"
St. Pölten (nlk) - Unter den Dirigenten Oberst Anton Pistotnig und Prof. Eduard Scherzer bestritt das NÖ Landesblasorchester am Sonntag (29. 09.) im St. Pöltner Festspielhaus ein Festkonzert zum 50-Jahr-Jubiläum des NÖ Blasmusikverbandes. Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll erhielt dabei die höchste Auszeichnung des Verbandes, das Ehrenkreuz in Gold.
Blasmusik sei ein wesentlicher kultureller Faktor im Land, betonte dabei Pröll, die Kulturarbeit in Niederösterreich insgesamt sei noch nie so wichtig gewesen wie heute. Je größer Europa werde, desto wichtiger würden Unverwechselbarkeit und Eigenständigkeit kleiner, überschaubarer Einheiten. Blasmusik betone die Eigenständigkeit der Volkskultur, zudem sei sie ein Segel gegen den Trend der Zeit. Die in 465 Kapellen aktiven 20.000 NÖ Blasmusiker leisteten enorm viel für das gesellschaftliche Leben, so der Landeshauptmann weiter. Musik sei die beste Brücke der Kommunikation und Verständigung miteinander. Angesichts der heute für die Jugend vielfältigen Gefahren werde zudem durch diese Kulturarbeit die effizienteste Form der Jugendarbeit geleistet, der Jugendanteil der Kapellen im NÖ Blasmusikverband liege bereits bei 43 Prozent.
In einer Grußadresse dankte auch Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel dem Verband dafür, ein Stück österreichischer Tradition nicht aussterben zu lassen. Österreich mit rund 100.000 aktiven Musikern und dem weltweit höchsten Musikstunden-Anteil im Unterricht sei bekannt als am stärksten mit der Musik verbundenes Land. Dieser Ruf müsse gepflegt werden, die Arbeit des Blasmusikverbandes sei dabei sehr wichtig und bereichernd, so der Bundeskanzler.

 
Ö1-Reportage "Supermärkte für leere Taschen" ausgezeichnet
JournalistInnenpreis des Österreichischen Hilfswerks geht Maurnböck, Wurmdobler und "Welt der Frau"
Wien (pte) - Die ORF-Journalistin Ute von Maurnböck erhält für ihre Ö1-Reportage "Supermärkte für leere Taschen" den zum vierten Mal verliehenen JournalistInnenpreis des Österreichischen Hilfswerks. Die Förderpreise gehen an Christopher Wurmdobler von der Wiener Stadtzeitung "Falter" für seinen Beitrag "Böse Worte – Das Tourette-Syndrom" sowie an das Redaktionsteam der "Welt der Frau" für die Serie "Kind und Karriere".
Die mit 2.000 Euro (Hauptpreis) bzw. 750 Euro (Förderpreise) dotierten Auszeichnungen werden kommenden Mittwoch ab 19 Uhr im Wiener Hilfswerk übergeben, teilte das Hilfswerk in einer Aussendung mit.
"Es ist wichtig für eine Gesellschaft sich mit den sozialen Fragen ihrer Zeit auseinander zu setzen", erläutert Hilfswerk-Geschäftsführer Walter Marschitz die Intention des Preises. Medien haben hier eine bedeutende Rolle. Üblicherweise stehen jedoch Themen des Sozialberichts nicht so sehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Unser Preis soll Anerkennung für die Leistung und das Engagement der JournalistInnen in diesem Bereich sein", so Marschitz.
Für den JournalistInnenpreis 2003 können ab sofort Reportagen und Features, die sich mit Themen aus den Bereichen "Gesundheit, Familie und Soziales" in Österreich beschäftigen, eingereicht werden. Sie müssen zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 2002 in einem periodischen österreichischen Printmedium publiziert oder im Radio gesendet worden sein.

 
Wiener Planungswerkstätte zeigt Carl Ludwig Engel
Architekt gab Helsinki sein Aussehen
Wien (rk) - Über die Epoche, als Architekten noch ganze Städte nach ihren Vorstellungen planen und errichten konnten, handelt die Ausstellung in der Wiener Planungswerkstätte, die noch bis 2. Oktober das Werk Carl Ludwig Engels (1778-1840) vorstellt.
Als Sohn eines Maurermeisters in Berlin-Charlottenburg geboren, war Engels ein Freund und Zeitgenosse des ungleich berühmteren Karl Friedrich Schinkel, der wiederum Berlin mit seinen Bauten prägen sollte. Engel, der im damaligen Preußen nur wenige Aufträge erhielt, verließ Berlin 1809, um über Reval, St. Petersburg und Turku (Schweden) entlang der Ostsee sieben Jahre später nach Helsinki (Finnland) zu gelangen. Hier erhielt er von Zar Alexander I den Auftrag, die kurz zuvor zur Hauptstadt des autonomen russischen Großfürstentums Finnland Stadt entsprechend umzubauen. Engel, der auf Bestreben des Architekten Johan Albrecht Ehrenström nach Helsinki berufen wurde, wurde schon bald Leiter der finnischen Baubehörde und damit zum obersten Staatsarchitekten. Zu seinen eindrucksvollsten Werken in Helsinki zählen der Senat, die Domkirche und die Universität. Bis heute sind etwa zwei Dutzend Gebäude von Engel erhalten, die alle unter Denkmalschutz stehen. Stilmäßig sind seine klassizistischen Gebäude als eher spröde, wohlproportioniert, klar und großzügig anzusehen. Obwohl die Besinnung auf die Klassik eine durchwegs paneuropäische Stil-Erscheinung war, wirkte dieser Stil besonders in den Staaten, wo das Ideal des aufgeklärten Herrschers gepflegt wurde. Engels Wirken trug maßgeblich dazu bei, dass in nur einem Vierteljahrhundert aus dem vormals kleinstädtischen Helsinki eine europäische Hauptstadt wurde.
Die Schau basiert auf einer Ausstellung, die im Jahre 1990, anlässlich des 150. Todestages des Baumeisters und Architekten Carl Ludwig Engels, in Helsinki konzipiert wurde. In abgeschlackterer Version ist die Schau bereits in Berlin gezeigt worden. Die Schau ist kostenfrei zu besuchen.

"Carl Ludwig Engel und das klassizistische Helsinki"
Termin: bis 2. Oktober Ort: Wiener Planungswerkstatt (1., Friedrich Schmidt-Platz 9) Öffnungszeiten: Montag - Mittwoch, Freitag: 9.00 bis 16.00 Uhr, Donnerstag 9.00 bis 19.00 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag geschlossen

 
 LH Pröll eröffnet Figl-Sonderausstellung in St. Pölten
Schau ist auch an allen NÖ Bezirkshauptmannschaften zu sehen
St. Pölten (nlk) - Aus Anlass der Wiederkehr des 100. Geburtstages von Leopold Figl wird am Sonntag (29. 09.) von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Landtagsschiff des NÖ Landhauses in St.Pölten eine Sonderausstellung über den großen Politiker und Staatsmann eröffnet.
Bei der von Univ.Prof. Dr. Ernst Bruckmüller Universität Wien) und Dr. Gottfried Stangler (Abteilung Kultur und Wissenschaft der NÖ Landesregierung) gestalteten Schau Leopold Figl 1902 - 1965" werden u.a. der Österreichische Staatsvertrag (Kopie aus dem Österreichischen Staatsarchiv), das Original-Gästebuch Leopold Figls aus den Jahren 1946 bis 1950 und zahlreiche Leihgaben aus dem Leopold Figl-Nachlass, der sich im NÖ Landesarchiv befindet, gezeigt. Dazu bietet ein kurzer Film Einblick in wichtige Stationen im Leben Leopold Figls.
Die Sonderausstellung im Landtagsschiff ist bis Freitag, 18. Oktober, von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 17 Uhr bzw. auch noch am Samstag, 19. Oktober, zu sehen. Darüber hinaus wird diese Sonderausstellung bis zum Frühjahr 2003 in allen NÖ Bezirkshauptmannschaften gezeigt, wobei hier großteils Kopien präsentiert werden. Den Beginn machen die Bezirkshauptmannschaften St.Pölten (4. bis 20. Oktober) und Neunkirchen (4. Oktober bis 10. November).
Der große Österreicher und Staatsmann Leopold Figl wurde am 2. Oktober 1902 in Rust im Tullnerfeld geboren und engagierte sich von frühester Jugend an politisch. Bereits mit 31 Jahren (1933) war er Direktor des NÖ Bauernbundes. 1938 wurde er mit dem sogenannten "Prominententransport" ins KZ Dachau deportiert, 1944 ins KZ Mauthausen. Nach der Befreiung im April 1945 war Figl von April bis Oktober 1945 Landeshauptmann von Niederösterreich, dann der erste Bundeskanzler der Zweiten Republik und schließlich ab 1953 Außenminister. Nach seinem Ausscheiden aus dem Ressort 1959 wurde er Präsident des Nationalrates. 1962 kehrte Figl nach Niederösterreich als Landeshauptmann zurück. Er starb am 9. Mai 1965 in Wien.

 
ORF-CD-Präsentation: "Operettengala mit Carl Michael Ziehrer"
Wien (orf) - Am Mittwoch, den 2. Oktober wird im RadioCafe des RadioKulturhauses die in Zusammenarbeit mit der C. M. Ziehrer Produktionsgesellschaft produzierte ORF-CD "Operettengala mit Carl Michael Ziehrer" präsentiert. Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr, Eintritt frei.
CD-Produktionsleiter Prof. Karl Grell hat eine große Anzahl von im Rundfunkarchiv vorhandenen Aufnahmen aus Ziehrers Operetten zusammengestellt. Es spielt das Große Wiener Rundfunk Orchester unter Leitung von Max Schönherr. Anton Dermota, Karl Terkal, Liselotte Maikl, Alice Groß-Jiresch, Peter Minich, Kurt Equiluz, Maria Antonia Harvey und Eleonore Bauer interpretierten Highlights aus den Ziehrer Operetten "Die Landstreicher", "Die drei Wünsche", "Der Schätzmeister", "Fesche Geister", "Der Liebeswalzer", "Ball bei Hof" und "Der Fremdenführer". Es handelt sich hierbei durchwegs um Erstveröffentlichungen von Aufnahmen die bislang nur auf Magnetband gespeichert waren.
Die Reihung der dargebotenen Stücke erfolgt in der Chronologie der Entstehung der einzelnen Bühnenwerke. Aus der am 28. November 1878 im Ringtheater erstaufgeführten Operette "König Jerome" ist nur mehr die berühmte Romanze "Verliebt" erhalten, da beim Ringtheaterbrand das restliche Material vernichtet wurde. Weiters wird im Booklet die jeweilige Erstaufführung und das Theater, an denen diese Erstaufführungen stattfanden, erwähnt. Auch aus den Bühnenwerken "Die verliebte Eskadron" und "Die Deutschmeisterkapelle", die erst nach Ziehrers Tod (1922) veröffentlicht wurden, gibt es Tonbeispiele. So hat zum Beispiel Max Schönherr die Operette "Deutschmeisterkapelle" zu der Hubert Marischka und Rudolf Österreicher das Buch verfassten, aus nachgelassenen Werken Ziehrers zusammengestellt. Die Erstaufführung fand am 30. Mai 1958 im Raimundtheater statt und wurde ein großer Erfolg. Das Werk wurde in der vergangenen Spielzeit auch im Badner Operettensommer aufgeführt.

Erhältlich ist die CD "Operettengala mit Carl Michael Ziehrer" aus der Edition "ORF Radio Nostalgie" im ORF-Shop Tel. Nr.: ++43 / (0)1 / 501 70/373, Fax ++43 / (0)1 / 501 70/375, Mail: orfshop@orf.at, im Internet unter http://shop.orf.at und im Fachhandel zum Preis von Euro 14,50- (für Ö1-Clubmitglieder Euro 13,04).

 
 Frühere Verhältnisse & Die schlimmen Buben in der Schule
Nestroy-Premiere im Stadttheater St.Pölten
St. Pölten (nlk) - Nach „My Fair Lady“ wird unter der neuen künstlerischen Leitung von Reinhard Hauser am St.Pöltner Stadttheater als nächstes Nestroy gespielt.
Am Samstag, 28. September, haben um 19.30 Uhr die gerne zusammen aufgeführte Posse „Frühere Verhältnisse“ (uraufgeführt 1862) und die Burleske „Die schlimmen Buben in der Schule“ (uraufgeführt 1847) Premiere, Regie führt Daniel Pascal. Die nächsten Aufführungstermine: 2., 12. und 17. Oktober.
Kartenbestellungen unter der Telefonnummer ++43 / (0)2742 / 35 20 26-19, Informationen im Internet unter http://www.stadttheater.info.

 
Lena Rothstein singt: Barbara »la femme qui chante«
Eine Hommage in der spielbar des Volkstheaters
Wien - Mit großer Sensibilität taucht Lena Rothstein in die Biographie von Barbara, der "Grande Dame" des französischen Chansons, ein und zeichnet den schicksalhaften Weg der jüdisch-russisch -französischen Dichterin, Komponistin und Sängerin behutsam nach.
Barbara, die in ihren Liedern alles gab, ansonsten aber nur ganz selten für Interviews zur Verfügung stand, war im Frankreich der 70er Jahre für eine ganze Generation Kultfigur und ist dies bis zum heutigen Tag, 6 Jahre nach ihrem Tod geblieben.
Es sind Texte und Melodien, welche auf magische Weise Liebesnächte oder einen Spaziergang durch einen Park in Paris, oder fahrende Züge, schmerzvolle Adieus, einsame Tage, Verrücktheiten, Lust, Freude, tiefe Trauer und unbändige Lebenslust, Frechheit und Ausgelassenheit, Ironie und Wehmut in Bildern, Empfindungen und Assoziationen wachrufen. Lena Rothstein interpretiert die Lieder der Barbara auf ihre eigene Vortragsweise; mit ihrer facettenreichen Stimme erzählt sie.......ein facettenreiches Leben …
Begleitet wird sie von zwei kongenialen Musikern: Michael Kneihs der auf seinen Klaviertasten jenen Hauch dieser bezaubernden Chansons zum Schwingen bringt, ermöglicht dem Publikum durch seine phantasievolle Spielweise in persönliche Erinnerungen und Erfahrungen zu schwelgen. Auf dem Bajan (Akkordeon) gelingt es dem aus Russland kommenden jungen, beim vorjährigen Akkordeonfestival gefeierten Virtuosen Alexander Shevshenko, eine ganze Farbpalette von Stimmungen einzufangen.

Spieltermine: 6., 11., 12., 18. und 26. Oktober 2002

 
Drehstart für ORF/RTL-Eventmovie "Held der Gladiatoren"
Erwin Steinhauer, Gregor Bloéb und Marion Mitterhammer stehen in Frankreich und auf Malta vor der Kamera
Wien (orf) - Die Gladiatoren marschieren in die TV-Arena: Die erste Klappe für die bisher aufwendigste Gemeinschaftsproduktion von ORF und RTL ist nun gefallen. In Westfrankreich und auf Malta entsteht zurzeit das TV-Event Held der Gladiatoren" mit Stephan Hornung und Ex-"Mr. Universe" Ralf Moeller (neben Russell Crowe eines der kämpfenden Muskelpakete in Ridley Scotts fünffach Oscar-gekröntem Hollywood-Epos "Gladiator"), sowie Erwin Steinhauer, Gregor Bloéb und Marion Mitterhammer in den Hauptrollen.
Regisseur Jorgo Papavassiliou ("Die Sitte") inszeniert die Geschichte des Sklaven Germanus, in der es um Intrigen, Leid und Liebe in der römischen Antike geht. Andrea Bogad-Radatz, ORF-Film- und Serienchefin, über den opulenten TV-Film: "Nach dem weltweiten Erfolg von Ridley Scotts Gladiator' mit Russell Crowe im Jahr 2000 wird nun auch im TV eine Renaissance für monumentale und actionreiche Sandalen-Epen eingeläutet - und der ORF tritt mit der RTL-Koproduktion 'Held der Gladiatoren' als einer der Ersten in die Arena."

Schwerter, Sandalen, schöne Frauen und harte Männer
Im römischen Reich gelten Gladiatorenkämpfe als Gipfel von "panem et circenses". Die todgeweihten Kämpfer sind die Helden der Arena, im ganzen Reich wird Nachwuchs gesucht. Palaestrio (Laszlo Kish) rühmt sich, die Besten zu besitzen, und vom Nachwuchskämpfer Germanus (Stephan Hornung) verspricht er sich sehr viel. Germanus hat auch eine persönliche Rechnung offen: Er will den unfairen Tod seines Bruders in der Arena rächen und ist bereit, bis ans Äußerste zu gehen.
Gedreht wird an insgesamt rund 40 Tagen. Die Vorbereitungen auf die actiongeladenen Drehabreiten laufen bereits länger: Stephan Hornung hat sich im Fitnessstudio in den letzten drei Monaten für seine Titelrolle vorbereitet und auch Gregor Bloéb legte für seine Rolle eines kämpfende Sklaven in den vergangenen Wochen an Muskelmasse zu. "Ich trainierte mit den österreichischen Skistars in der Kraftkammer", verriet Bloéb kürzlich dem ORF.
"Held der Gladiatoren" steht voraussichtlich 2003 auf dem ORF-Programm. Der Film ist eine Koproduktion von ORF und RTL, hergestellt von Grundy UFA.