WTO: 22-Länder-Gruppe fordert fast vollständigen Abbau aller Agrarsubventionen  

erstellt am
15. 09. 03

LR Wurmitzer und LR Dörfler: Mehr Sicherheit auf einer der stärksten frequentierten Autobahnen Österreichs
Arnoldstein (lpd) - Sicherheit für Mensch und Tier, ist einer der Hauptgründe für den Bau einer Grünbrücke über die A2 Südautobahn im Abschnitt Arnoldstein. Die A2 ist nicht nur eine der meist befahrenen Strecken Österreichs, sie liegt auch an der Hauptwanderroute des streng geschützten und auf der „Roten Liste“ stehenden Braunbären. Am Freitag (12. 09.) erfolgte bei der Südrast in Arnoldstein der Spatenstich für das Zwei Millionen Euro-Projekt, welches vom Land Kärnten, dem Bund, der Europäischen Union (EU) und dem Autobahnbetreiber ASFINAG finanziert wird.

Für Naturschutzreferent LR Georg Wurmitzer ist die Umsetzung der Grünbrücke ein wichtiges Vorhaben im Rahmen des von der EU geförderten LIFE-Naturschutzprojektes Dobratsch und Schütt-Graschelitzen. „Wir haben mit Hilfe der EU die Chance ergriffen, ein Natura 2000 Gebiet wiederzuvereinen. Die Grünbrücke ist sozusagen Bindeglied.“ Zudem, so Wurmitzer, sei in Kärnten „sprichwörtlich der Bär los“ und das sei belegbar. „Seit 1990 werden die Wanderkorridore des Braunbären ständig überwacht und jedes Jahr finden sich um die sechs Braunbären ein, die in den Karnischen Alpen, den Gailtaler Alpen und den Karawanken unterwegs sind.“

Straßenbau- und Verkehrsreferent LR Gerhard Dörfler konnte sicherstellen, dass die gesamte Baumaßnahme unter Aufrechterhaltung des Verkehrs erfolgen wird. Lediglich für das Einheben der Deckenfertigteile werde an zwei Wochenenden die Autobahn gesperrt, erklärte er. Nach Herstellung des Bauwerkes werde die gesamte Grünbrücke passend zum Naturraum Dobratsch rekultiviert. Des weiteren werde man mit den Betreibern des Kraftwerkes Schütt Gespräche aufnehmen, um im Bereich des Oberwasserkanals die derzeit unterbrochene Verbindung zum Felssturzgebiet Dobratsch wieder herzustellen.

Unter Mithilfe der Straßenbauabteilung des Landes könne so eines der wenigen genehmigten LIFE-Projekte der EU umgesetzt werden, was auch eine besondere Auszeichnung für das Land Kärnten darstelle, meinte Dörfler weiters. Für den Straßenbaureferenten ist es wichtig, Straßenbau und Natur zu vereinen. Besonders strich er in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit von ASFINAG, Naturschutz und Jägerschaft sowie die große Rücksichtnahme des Straßenbaus auf ökologische und naturschutzrechtliche Belange hervor. Mit diesem Bauprojekt werde ein Zeichen dafür gesetzt, dass auch mit heutigen Infrastrukturmitteln in Umweltmaßnahmen investiert werde. So setze er sich dafür ein, dass im Straßenbau größtmögliche Vorkehrungen für einen „naturschonenden“ Straßenbau getroffen werden, betonte Dörfler und verwies auf zahlreiche zusätzliche Feuchtflächen, Wildreflektoren sowie Kleintier-Wilddurchlässe, deren Realisierung er vorangetrieben habe.

Das Natura 2000-Gebiet Schütt-Graschelitzen ist im südlichen Teil, im Bereich des Steinernen Meeres, durch die A2 Südautobahn getrennt, was zum Teil ein unüberwindbares Hindernis sowie eine permanente Gefährdung für eine Vielzahl von Tieren darstellt. Das Projektgebiet ist ein wichtiger Wanderkorridor für die aus Kroatien über Slowenien nach Österreich einwandernden Braunbären (Ursus arctos) und für den Luchs (Lynx lynx). Durch die Barrierewirkung der Autobahn wurde auch dem Rotwild die Möglichkeit genommen, vor allem in den Wintermonaten von der Schattseite, der Nordflanke der Karawanken, in die früh ausapernden Südhänge des Dobratsch zu wechseln. Bei Kilometer 371,2, östlich der Autobahnraststätte Arnoldstein, befindet sich ein Streckenabschnitt von mehreren hundert Metern Länge, welcher sich ideal für eine Überbauung eignet. Die Autobahn befindet sich hier in einem Einschnittsbereich, wodurch keine großen Erdbaumaßnahmen notwendig sind und sich das Bauwerk ideal in die Umgebung einfügen wird. Der Tunnel soll eine Länge von 93 Meter haben. Die gesamte Autobahn inklusive Pannenstreifen soll überbaut werden, wodurch im Falle einer Umleitung auch der Ersatzverkehr durch die Röhre umgeleitet werden soll. Gebaut werden soll vom Herbst 2003 bis Juni 2004.
     
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