Kienbergwand-Tunnel verbindet Salzburg und Oberösterreich  

erstellt am
10. 09. 03

Schausberger: Wichtige Verbindung für Bevölkerung / Blachfellner: Sichere Verbindung als »großer Durchbruch«
Salzburg (lk) - „Eine gegen Felssturz gesicherte Kienbergwand Landesstraße war und ist ein lang gehegter Wunsch der Bevölkerung dieser Region. Vor allem stellt dieser Streckenabschnitt eine wichtige Verbindung zwischen St. Gilgen und Oberburgau dar. Wäre es nun nicht zu dieser Umsetzung gekommen, hätte dies für viele Bewohner auch zukünftig einen hohen zusätzlichen Zeitaufwand auf Grund großer Umwege bedeutet und wie jeder weiß: Zeit ist ein kostbares Gut und kann nicht ersetzt werden". Dies erklärte Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger am Dienstag (09. 09.), beim Spatenstich zur Sanierung und zum Ausbau der L 217 Kienbergwand-Landesstraße, den er gemeinsam mit seinem oberösterreichischen Amtskollegen Dr. Josef Pühringer sowie Verkehrsreferent Landesrat Walter Blachfellner vornahm.

Es sei kein einfacher Weg gewesen, „aber durch Hartnäckigkeit und vor allem durch das gemeinsame Vorgehen der Länder Oberösterreich und Salzburg haben wir es nun endlich geschafft, dass das Projekt auch verwirklicht wird. Auf alle Fälle rückt mit dem Tunnel Oberösterreich näher an Salzburg und dementsprechend kann dies in jeder Hinsicht nur förderlich sein", sagte Schausberger.

Die Errichtung eines Tunnels an der L 217 – Kienbergwand-Landesstraße bedeute die Herstellung einer den verkehrstechnischen Erfordernissen entsprechenden und sicheren Verkehrsverbindung von St. Gilgener Ortsteilen am Südufer des Mondsees, so der ressortzuständige Straßenbaureferent Landesrat Walter Blachfellner, der den heutigen Spatenstich als „großen Durchbruch im wahrsten Sinne des Wortes" bezeichnete.

Besonders lobend hob Blachfellner hervor, dass von Anbeginn der Projektierungsarbeiten insbesondere auf die Sicherheit und auf die Interessen der Anrainer Bedacht genommen und die Interessen der Nutzer berücksichtigt wurden.

Immer wieder Steinschlag und Felsstürze
Auf der Kienbergwand-Nordwand ereigneten sich im Verlauf der vergangenen Jahre wiederholt schwere Steinschlag- und Felssturzereignisse. Infolge eines größeren Steinschlages im Sommer 1999, bei dem ein Pkw massiv beschädigt wurde, veranlasste die Salzburger Landesregierung die Sperre der Kienbergwand Straße von km 0,8 bis km 1,9. Dies sei eine erste und wichtige Maßnahme gewesen, um dieses Sicherheitsproblem kurzfristig in den Griff zu bekommen, so Blachfellner.

„Es war aber natürlich klar, dass wir die Straße langfristig sicher machen müssen", betonte der Straßenbaureferent. Die Verbindung nach St. Gilgen sei zudem für die Attersee- und Mondseegemeinden von großer Bedeutung – vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Allein 1997 und 1998 wurden fast drei Millionen Euro in diese Straßenverbindung investiert.

Anfänglich wurden drei Varianten entwickelt, um eine Lösung zur durchgängigen Wiederbefahrbarkeit zu finden. Schließlich konnten sich die Salzburger Landesregierung mit der Oberösterreichischen Landesregierung bereits vor zwei Jahren auf das vorliegende Projekt einigen. Bei der dritten gemeinsamen Regierungssitzung zwischen Oberösterreichisch und Salzburg am 23. Juni 2003 in Kleßheim wurde das Projekt und die Finanzierung beschlossen.

„Auch wenn die Kosten mit geschätzten 20,9 Millionen Euro nicht unerheblich sind, so bin ich davon überzeugt, dass das Geld hier auf Grund der Notwendigkeit für die Umgebung gut investiert ist. Immerhin wird auf 1,4 Kilometern durch den 234 Meter langen Tunnel mit einer anschließenden Galerie wieder für eine sichere Verbindung für Pkw und Kleinbusse gesorgt werden, und für Fußgänger wie auch Radfahrer wird endlich ein geschützter Geh- und Radweg angelegt", sagte Schausberger.

Jahrelange und zähe Verhandlungen bezüglich der Finanzierung galt es zu führen, wobei mit der jetzigen Variante eine sehr gute Lösung gefunden werden konnte. Die Finanzierung erfolgt nun entsprechend der gemeinsamen Vereinbarung zwischen den beiden Ländern zu je 50 Prozent von Oberösterreich und Salzburg, obwohl sich das Baulos überwiegend bzw. ausschließlich in Salzburg befindet. Die Hauptarbeiten sollten bis Ende 2004 abgeschlossen sein und die Gesamtfertigstellung mit diversen Restarbeiten wird dann Mitte 2005 erfolgen.
     
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