Verein Sprungbrett zeichnet zum achten Mal Betriebe für Mädchenförderung
aus
Wien (rk) - Die Mädchenberatungsstelle "Sprungbrett" hat am Dienstag (07. 10.)
zum achten Mal die Amazone verliehen. Wie schon im Vorjahr konnte Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner
den Preis an zwei Betriebe überreichen, denn die Amazone wurde wieder in den beiden Kategorien Klein- und
Mittelbetriebe sowie Großbetriebe vergeben. Brauner überreichte die Amazone 2003 in der neuen Wiener
Hauptbibliothek an die Telekom Austria AG und an Architekt Lautner. Die Frauenstadträtin hob besonders hervor,
dass Mädchenförderung möglichst früh ansetzen müsse. Mag. Margret Zimmermann, Sprungbrett-Geschäftsführerin,
berichtete von positiven Erfahrungen vergangener Preisträger-Betriebe, denen die Amazone sowohl neue KundInnen
als auch verstärkte Bewerbungen interessierter Mädchen eingebracht habe.
Brauner bezeichnete die Verleihung der Amazone als einen "sehr wichtigen Teil eines ganzen Bündels an
Maßnahmen" mit denen die beruflichen Perspektiven von Mädchen verbessert werden sollen. Mit der
jährlichen Abhaltung des Wiener Töchtertags hat Frauenstadträtin Brauner selbst eine wichtige Initiative
gesetzt, die interessierte Mädchen unter Einbeziehung der für die Jobwahl entscheidenden Mütter
und Väter und aufgeschlossene Unternehmen zusammenbringt. Denn noch immer entscheidet sich in Wien ein zu
großer Anteil der Mädchen für die Lehrberufe Friseurin, Sekretärin oder Verkäuferin.
"Mit vereinten Bemühungen von Stadt Wien und der Wiener Wirtschaft wird es sicher gelingen, in den kommenden
Jahren ein entscheidendes Umdenken bei Mädchen, Eltern und Unternehmen zu erreichen", so Brauner.
Brauner dankte den engagierten Mitarbeiterinnen des Vereins Sprungbrett und zahlreicher anderer Mädchenberatungsstellen.
Mit ihrer Arbeit hätten sie erreicht, dass sich die Situation bereits merklich gebessert habe. "Besonders
wichtig an unserer Strategie in Wien ist, dass wir mit der Beratung und Unterstützung in einem Alter ansetzen,
das für die Berufswahl entscheidend ist." Wichtig sei auch, die überlieferten Geschlechterrollen
in Frage zu stellen - und zwar bei Mädchen und Buben. "Chancengleichheit ist sicher kein Kinderspiel
- aber wenn die Bemühungen bereits im Kleinkindalter, wie etwa in den Wiener Kindergärten, einsetzen
wird es sehr viel einfacher", so Brauner.
Die Telekom Austria AG wurde mit der Amazone für Frauenförderpläne, ein durchdachtes Konzept zur
Förderung von Mädchen und Frauen, eine Gleichbehandlungsbeauftragte und vieles mehr gewürdigt. Das
Architekturbüro Architekt Lautner punktete bei der Jury unter anderem durch umfangreiches geschlechtsspezifisches
Knowhow, durch die Unterstützung der ausgebildeten Lehrmädchen bei der weiteren Berufs- und Weiterbildungsplanung
sowie durch nachhaltige und bewusste Frauenförderung unter dem Motto "jedes Mädchen, das keine Frisörin
wird ist ein Gewinn!". |