Integrationsleitbild für Krems  

erstellt am
28. 11. 03

Entwicklungspartnerschaft »Verschiedene Herkunft – Gemeinsame Zukunft«
Krems (nlk) - Gefördert vom Europäischen Sozialfonds im Rahmen der EU-EQUAL- Entwicklungspartnerschaft „Verschiedene Herkunft - Gemeinsame Zukunft", an dem sich in Niederösterreich auch die Gemeinden Hainburg, Guntramsdorf und Traismauer beteiligen, entstand jetzt in Krems ein Integrationsleitbild, in das mehr als 100 Vertreter der politischen Parteien, des Magistrats, der Sozialpartner, sozialer Einrichtungen und Vereine sowie Interessierte der in- und ausländischen Bevölkerung ihre Ideen, Interessen und Erfahrungen eingebracht haben. Krems ist damit die erste Gemeinde in Niederösterreich, die ein kommunales Integrationsleitbild entwickelt hat. In einem einjährigen Diskussionsprozess wurden in sieben Arbeitskreisen Vorschläge und Maßnahmen entwickelt, die auf die bisherige Vorarbeit im Integrationsbereich aufbauen. So gab es auch schon bisher Zugang zu Gemeindewohnungen und sozialen Leistungen (z.B. Brennmaterialhilfe) für Nicht-Österreicher sowie interkulturelle Arbeit in den Bereichen Kindergärten und Jugend.

Mit dem Leitbild sollen integrative Maßnahmen weiterentwickelt, Schwachstellen behoben und sensible Bereiche gestärkt werden. Das sind vor allem die Bereiche Schule und Bildung, Arbeitswelt, Wohnen, Gesundheit und Verwaltung. So sollen eine Fachstelle für Integration zur Koordination konkreter Maßnahmen eingerichtet, in den Schulen interkulturelle Mitarbeiter eingesetzt und ein internes Dolmetsch-System für Patienten im Krankenhaus aufgebaut werden.

2002 waren knapp sieben Prozent der Kremser Bevölkerung ausländische Staatsangehörige (1997: 4,2 Prozent). Mit diesem Prozentsatz liegt Krems leicht über dem niederösterreichischen Durchschnitt (6,1 Prozent) und unter dem Österreich-Schnitt (8,9 Prozent). Insgesamt sind rund 70 Nationen vertreten. Die größte Gruppe kommt aus dem jetzigen Bosnien, gefolgt von der rumänischen und türkischen Gruppe.

In das Leitbild flossen überdies die Ergebnisse einer Erhebung ein, die das Wiener Institut für Konfliktforschung im Zuge der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts durchgeführt hat. Betreut und moderiert wurde der Entwicklungsprozess vom Interkulturellen Zentrum in Wien. Das Institut steht auch in den nächsten 18 Monaten für die Phase der Umsetzung zur Verfügung.
 
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