Österreichs Platz ist auf Seiten des Rechts und der Stabilität
Brüssel (evp-ed) - "Ich appelliere an die Finanzminister der Europäischen Union, das
geltende europäische Recht zu respektieren und zu ihrer gemeinschaftlichen Verantwortung in der Durchsetzung
des Wirtschafts- und Stabilitätspakts zurückzukehren", sagte der Wirtschafts- und Währungssprecher
der EVP-ED-Fraktion im Europäischen Parlament Mag. Othmar Karas am Montag (24. 11.) vor
Beginn des heutigen ECOFIN-Treffens. "Ich erwarte mir auch vom österreichischen Finanzminister, dass
er klar und deutlich auf Seite der Kommission und der Europäischen Zentralbank in der Verteidigung des Paktes
steht. Der Platz des österreichischen Finanzministers ist auf der Seite des Rechts und der Stabilität
und nicht auf Seiten der Demontage und fortgesetzten Nichtbeachtung bestehender Regeln", betonte Karas.
Wie auch der Vorsitzende der christdemokratischen EVP-ED-Fraktion im Europäischen Parlament, Hans-Gert Pöttering,
unterstrich der österreichische Europaparlamentarier Karas, dass geltendes europäisches Recht nicht verhandelbar
sei oder durch Sperrminoritäten beliebig ausser Kraft gesetzt werden könne. "Die Duldung einer fortdauernden
Verletzung der Kriterien des Stabilitätspaktes und damit die implizite Aufgabe des nach dem Stabilitätspakt
anzustrebenden Haushaltsausgleichs wäre ein falsches Signal nicht nur für die übrigen EU-Staaten,
sondern insbesondere auch für die beitretenden Länder, denen von der EU große wirtschaftspolitische
Anstrengungen abverlangt werden", stimmte Karas mit Poettering überein.
Gerade nach den berechtigten Aufregungen über den Forderungskatalog der EU-Finanzminister an die Regierungskonferenz
sei die heutige Sitzung des ECOFIN-Rates ein Prüfstein für das europapolitische Verantwortungsbewusstsein
der Finanzminister. "Die Kritik des Europaparlaments, der Konventsmitglieder und der Kommission war unüberhörbar.
Es kann zu keinem Rückschritt und Entdemokratisierung der Union kommen. Ich erwarte mit ein klares Signal
der Finanzminister, dass sie diese Kritik verstanden und ernstgenommen haben", so Karas abschließend. |