Klavier stimmt sich selbst
Strom verringert Spannung der Saiten – System Ende 2003 auf dem Markt
London (pte) - Ein US-Erfinder hat ein sich selbst stimmendes Klavier entwickelt. Dafür muss der Pianist einzig einen Schalter drehen und 40 Sekunden warten, während elektronisch die Saiten gestimmt werden. Das System soll Ende 2003 in einigen Flügeln des amerikanischen Klavierbauers Story & Cark auf den Markt kommen, berichtet New Scientist.

Die Idee eines sich selbst stimmenden Klaviers ist nicht neu. Bislang haben die meisten Entwickler versucht, Vorrichtungen zu entwickeln, die auf elektronischem Weg die Saitenspannung auf dem selben Weg, wie dies Klavierstimmer tun, zu verändern. In einem Klavier ist das Ende der Saite um einen Metallstift gewunden. Klavierstimmer adjustieren die Spannung, indem sie diese Zapfen drehen. Don Gilmore aus Kansas City/Missouri ist während einer dreimonatigen Pause zwischen zwei Arbeitsstellen auf die "elektrische" Lösung gekommen. Die Idee Gilmores ist die Anlegung von Strom, um die Saiten zu stimmen. Er nutzt dabei das Prinzip, dass sich die Saite durch Strom ausdehnt und sich die Spannung reduziert.

Das System wirkt auf die beiden Magnetspulen unter jeder Saite. Es induziert Strom in einer Spule, dies bedingt ein Magnetfeld. Die Saite vibriert, was die Strominduktion an der zweiten Spule bewirkt. Die Daten werden in einen Frequenz-Analysator gespeist. Ein Mikrocomputer vergleicht diese Frequenz mit der korrekten Frequenz für jede Seite und instruiert einen Transistor. Der Transistor gibt korrigierende Stromimpulsen ab. Die Impulse erwärmen die Saite und verringern den Abstand zur korrekten Frequenz. "Während des Stimmprozesses ist der Klang der Saite kaum hörbar. Die elektronisch kontrollierte Saite hat eine Arbeitstemperatur von rund 35 Grad Celsius. Die Saite fühlt sich an, als sei sie gerade in die Hand genommen worden", erklärte Gilmore.
 
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